Kassenbon

Ein Kassenbon ist ein von elektronischen oder computergestützten Kassensystemen oder Registrierkassen ausgestellter Zahlungsbeleg über den Kauf und die Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen. Ein Kassenbon ist die Quittung einer kaufmännischen Transaktion.

Weitere Bezeichnungen für Kassenbon sind: Kassenzettel, Kassenbeleg, Kassabon.

Allgemeines zum Kassenbon

Kassenbons stellen den schriftlichen Nachweis über einen Kauf dar. Dieses automatische Druckerzeugnis durch Registrierkassen ist mit einem Kontrollstreifen verknüpft, der die Tagesumsätze aller Kassenbons aufsummiert und somit ein wichtiges Kontrollorgan darstellt.

Inhalt und Aufbau eines Kassenbons

Laut Finanzamt Deutschland müssen Kassenbons bis zu einer Gesamtsumme von 250 Euro (inkl. Umsatzsteuer) die Anforderungen des § 33 UStDV erfüllen:

  • Name und Adresse des Rechnungsstellers
  • Benennung der verkauften Waren
  • Menge und Einzelpreis; im Einzelhandel Bruttopreis, anderenfalls Nettopreis
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • separate Umsatzsteuerausweisung nach Mehrwertsteuersatz (7 % bzw. 19 %)
  • Ausstellungsdatum und -uhrzeit

Es ist ebenfalls üblich, die Art der Zahlung auf dem Bon festzuhalten, um im Falle einer Reklamation dem Kunden den Betrag über die gleiche Zahlungsart erstatten zu können. Seit dem 1. Januar 2020 ist in Deutschland eine allgemeine Bonpflicht vorgeschrieben. Das sogenannte Kassengesetzt 2020 ist kein selbständiges Gesetz, sondern eine Reform der Abgabenordnung (AO). Die Kassenbonpflicht soll elektronische Manipulationen zwecks Steuerhinterziehung erschweren. Bis auf wenige Ausnahmen muss daher jedem Geschäftsbeteiligten ein Beleg ausgestellt werden.

Vorderseite des Bons

Kassenbons enthalten die notwendigen Angaben einer Kleinstbetragsrechnung, teilweise auch die Angaben für eine Rechnung ab 250,01 Euro / CHF 400 sowie eine zusätzliche Empfangsbestätigung der Zahlung. Bei unbarer Zahlung wird das Zahlungsprotokoll teilweise auch direkt auf den Kassenbon gedruckt.

Freie Plätze auf der Vorderseite werden oft für Marketingzwecke genutzt, z.B. zur Angabe von Angeboten oder Coupons, die zum weiteren Einkaufen einladen sollen.

Kassenbon-Rückseite

Die Rückseite eines Kassenbons wird z.B. genutzt für:

  • Ermächtigungen bei unbaren Zahlungen (Deutschland, Österreich)
  • Hinweis auf bestimmte Bedingugen wie Allgemeine Geschäftsbedingungen, Hinweise zur Garantie und Gewährleistung oder
  • Marketingzwecke (Coupon, Gutschein, Sonderangebot)

Gesundheitsrisiko Kassenbon

Bitte nehmen Sie Kassenbons oder andere Bons nicht in den Mund. Viele Menschen haben die Angewohnheit, den Bon z.B. für Leergut, temporär zwischen den Lippen festzuklemmen. Bons auf Thermopapier sind giftig und sollten vor allem nicht in Kinderhände gelangen. Das Thermopapier enthält BPA (Bisphenol A).

In einigen Bereichen setzen sich mittlerweile BPA-freie blaue Bons durch, die somit ungiftig sind.

Weitere Fragen zu Kassenbon

Was muss auf einem Kassenbon stehen 2020?

Name und Anschrift des ausstellenden Unternehmens muss auf dem Kassenbon stehen. Weiterhin Datum der Ausstellung des Kassenbons sowie eine Seriennummer, die vom Kassensystem oder dem Sicherheitsmodul vergeben wird.

Ist der Kassenbon Pflicht?

Bei Nutzung einer elektronischen Kasse besteht die Verpflichtung, für jeden Geschäftsvorfall einen Kassenbon zu erstellen. Dies steht in § 146a Abs. 2 Abgabenordnung (AO). Für Kleinunternehmer mit offener Ladenkasse besteht diese Pflicht nicht.

Was tun mit Kassenbons?

Kassenbons auf Thermopapier sollten unbedingt lichtgeschützt gelagert werden. Im Portmonnaie kann das Gerbmittel des Leders den Kassenbon angreifen. Zur Sicherheit wird eine Kopie des Bons empfohlen. Ein A4 Blatt mit Kassenbons belegen/festkleben und diese Seite kopieren.

Kassenbons in Altpapier entsorgen?

Nein. Kassenbons aus Thermopapier sind giftig und gehören nicht ins Altpapier. Thermopapier enthält zwischen 0,5 und 3,5 Prozent nicht an das Papier gebundenes BPA (Bisphenol A). Dieser Stoff sollte nicht über das Altpapier in den Boden und das Grundwasser gelangen. Bei Babys und Kleinkindern kann BPA Asthma auslösen. Kassenbons entsprechend über den Restmüll entsorgen.

Wie lange muß ein Kassenbon aufbewahrt werden?

In der Regel 2 Jahre. Kassenbons aus dem Supermarkt müssen hingegen nicht aufbewahrt werden, da es bei Lebensmitteln keine Gewährleistungspflicht gibt.

Für wen gilt die Bonpflicht ab 2020?

Ab Januar 2020 ist die Bonpflicht für jedes steuerpflichtige Unternehmen eine bindende Vorgabe. Es muß für jede Transaktion ein Bon ausgestellt werden.

Müssen Kassenbons ausgedruckt werden?

Die allgemeine Annahme, dass jeder ausgestellte Kassenbon auch ausgedruckt werden muss, ist falsch. Der Ausdruck eines Kassenbons ist nur eine Möglichkeit, den Beleg an den Kunden auszuhändigen. Ein digitaler Kassenbon bietet viele Vorteile: schont Resourcen, spart Kosten, muss nicht abgeheftet werden, läuft nicht Gefahr, zu verblassen uvm.

Was sind blaue Kassenbons?

Blaue Kassenbons enthalten kein BPA, sind damit ungiftig und können auch im Altpapier entsorgt werden.

Bereich